• Ungebrochene Entwicklung afrikanischer Musik – auf den Französischen Antillen

    Die Inseln Martinique, Guadeloupe, gleichermaßen Saint-Barthélemy, die Iles des Saintes und Marie-Galante wurden seit 1635 von Frankreich als Kolonien okkupiert. Aus alter afrikanischer Tradition pflegten die Arbeitssklaven auf den Plantagen nach jeder Erntezeit das guiambel-Fest zu feiern, zu dem getanzt und musiziert wurde. Die katholische Kirche unterstützte die Arbeiter durch Gründung eigener Gesellschaften, so dass sie sich mit eigener Musik…

  • Das San Francisco Symphony Orchestra – seit mehr als 100 Jahren im Einsatz

    Erst vor kurzem wurde dem mittlerweile durch zahlreiche Plattenaufnahmen in der ganzen Welt bekannten Orchester ein Blumenstrauß der besonderen Art verliehen: der ECHO Klassik-Preis für das beste Orchester des Jahres 2013. Dabei gab es für die kommenden und gehenden Musiker des vor 103 Jahren aus der Taufe gehobenen Orchesters nicht immer rosige Zeiten: Der österreichische…

  • Neuigkeiten rund um Giacomo Meyerbeers Œuvre

    Frisch aus der Druckerei kam in diesen Tagen die beispiellos gelungene und detailkenntnisreiche Biographie über den seinerzeit europaweit erfolgreichen Opernkomponisten Giacomo Meyerbeer (1791 – 1864), wobei es sich bekanntlich um den selbst – aus dem vollen Geburtsnamen Meyer Beer – gewählten Künstlernamen handelt. Von der Musikpresse bejubelt trat der in Berlin Beheimatete über verschiedenen andere Städte, unter…

  • Temperamentvoll am Erfurter Theater: Anatevka

    Joseph Stein, Sohn jüdischer Eltern, die aus Polen in die USA emigriert waren, wurde 1912 in New York geboren und wuchs in der Bronx auf – wusste also als Kind bereits von einem harten und von Unsicherheit geprägten Leben. Dank seines Ehrgeizes gelang ihm 1935 ein Universitätsabschluss, später absolvierte er einen Master an der Columbia University…

  • Steel Bands und mehr: Klänge aus Trinidad und Tobago

    Dass musikalische Mischformen heute auf Trinidad überwiegen, verdankt sich den höchst unterschiedlichen Ethnien, die dort zusammentrafen. Die religiöse Musik der afrikanischen Yoruba und Ewe-Fon überwog zwar an Einfluss bis heute, doch vermischte sie sich teilweise mit den Einflüssen der Inder, die auf die Insel gebracht worden waren, um die Arbeitskraft der schwarzen Sklaven zu ersetzen.…

  • Chopins Etüden – weit entfernt von Schulmeisterei

    Trockene Übungen haben Tradition. Als erstes Studienwerk für Klavier im „modernen“ Sinn gilt J.B. Cramers Étude pour le pianoforte en 42 exercices …, das in zwei Bänden 1804 erschien und 1810 wegen der großen Nachfrage bei Unterrichtenden wieder neu aufgelegt wurde. Muzio Clementi hatte allerdings bereits 1790 eine Sammlung von Préludes et exercices herausgebracht, die…

  • Hörenswert in Erfurt und Jena

    Zur Musikalischen Vesper in der Erfurter Michaeliskirche spielt Mirjam Seifert am Samstag, den 5. April um 17 Uhr sowohl auf der Querflöte als auch auf der keltischen Harfe. Eine Live-Aufnahme von Giacomo Puccinis Oper La Bohème aus der New Yorker Met ist um 19 Uhr im CineStar mitzuerleben. Wer es kammermusikalisch(er) schätzt, sollte sich in der…

  • Santo Domingo: Zentrum (neo)romantischer Strömungen

    Die Dominikanische Republik im 19. Jahrhundert: Auf dem Boden der spanischen folkloristischen Tanzmusik, dem Fandango, zapateo und Bolero, entsteht die contradanza, die sich später unter dem Namen tumba dominicana durchsetzt. Auch hier wurde aber die auf afrikanische Ursprünge zurückgehende kreolische Musikkultur populärer: So setzte sich der carabiné, ein auf die Haitianer in der Hauptstadt Santo…

  • Stadtmusikanten, Militärtrompeter, Orgelbauer und …

    Norwegische Barockmusik – gibt es die eigentlich? Fehlanzeige? Es sieht so aus, als hätten Komponisten aus den nördlichsten europäischen Gefilden erst mit großer Verspätung ins klassische Trompetenkonzert eingestimmt. Die Quellen sind nämlich dürftig: Es ist zwar durch wenige erhaltene Quellen hinlänglich bekannt, dass die Lateinschulen für die musikalische Praxis schon im 17. Jahrhundert eine Rolle…

  • Glasharmonika solistisch – in Quintett wie Orchester

    Glasharmonika solistisch – in Quintett wie Orchester

    Musikinstrumente aus Glas, sowohl angeschlagen als auch am oberen Rand mit befeuchteten Fingerspitzen berührt, blicken auf eine lange Geschichte zurück. Die ersten erhaltenen  Anleitungen zum Spiel sind aus dem 17. Jahrhundert bekannt. 1677 veröffentlichte Daniel Schwenter in den Deliciae physico-mathematicae einen Hinweis, wie „eine lustige Weinmusica zu machen“ sei.  Johann Gottfried Walther berichtete vom “Glas-Spiel…