• Die scheinbare Beliebigkeit: Neues von Jane Stanley

    Beim Hineinhören in die „Appetithäppchen“, die sie im Cloud-Format auf ihrer eigenen Website veröffentlicht hat, erhält man schon einen Begriff von der persönlichen Musiksprache der australischen Komponistin, die derzeit in Schottland lebt. Sie stellt sich in harmonischer wie melodischer Faktur eines Teils dar als scheinbar aleatorisches Experiment mit Wurzeln in der dodekaphonen Reihentechnik, die einen ständigen…

  • Wie klingen Suiten und Rhapsodien mit rumänischer Note?

    Bevor er die Gelegenheit ergreifen konnte, bei Jules Massenet und Gabriel Fauré am Pariser Konservatorium sein Kompositionsstudium fortzusetzen, hatte der 1881 im rumänischen Dorf Liveni Vîrnav geborene Violinist, der bereits als fünfjähriges Kind komponierte, im Alter von sieben in Wien zu studieren begonnen. Das Poème roumain des Achtjährigen begründete schon durch die einzigartige Verbindung von rumänischer…

  • Anspruchsvolle Patronage: Was vom Martinů-Quartett zu hören ist

    Im Vordergrund des Repertoires der auch 2015 auf Konzerttourneen zu erlebenden Prager Formation steht nicht nur das etwas sperrige Kammermusikwerk des Namensgebers Bohuslav Martinů (1890 – 1959), sondern auch die romantischen Kompositionen Smetanas, Dvořáks und des bedeutenden tschechischen Vertreters der frühen Moderne, Leos Janáček sowie vieler auswärtiger Tonkünstler. Ursprünglich benannte sich das Quartett nach ihrem Gründer und…

  • Wegbereiter einer eigenständigen Tonsprache

    Die Basis für die Musik des australischen Kontinents bildet unangefochten die Klangwelt ihrer Ureinwohner, der Aborigines und der Umgebung selbst, ihrer Steppen, des Buschlandes und der Meeresküste. Auf dieser Überzeugung gründet die Entwicklung einer spezifisch australischen Tonsprache durch den 1929 geborenen und 2014 verstorbenen Komponisten Peter Joshua Sculthorpe, der überwiegend in Melbourne, zwischenzeitlich aber auch bei Größen wie Edmund…

  • Abglanz höfischer Eleganz und Stilbewusstheit

    Manchmal bedarf es keiner speziellen Satzweise, um eine Violine wie eine Gesangsstimme im Vorhof des Belcanto klingen zu lassen – und ihr doch nicht geigengerechte Läufe und Melodieführung zu nehmen. So gelang es einem der großen und leider unterschätzten Meister wie Carlo Tessarini (1690 – ca. 1767) beides miteinander zu verbinden und gleichzeitig noch die große…

  • Melancholie, die der Krieg hinterlässt

    Am Samstagabend war es so weit: Auf Initiative von Regisseur Marc Adam – im letzten Jahr unter anderem bereits mit der Turandot-Inszenierung auf den Domstufen erfolgreich – konnte die deutschsprachige Version von François Fayts zweiter Oper Le Sang noir – Das schwarze Blut zum Anlass der Uraufführung verwendet werden. Hochkarätige Gäste des französischen Musik- und Kulturlebens waren…

  • Insektenschwärme als Inspirationsquelle?

    Am Montag, den 15. Dezember kann der renommierte, in Sydney ansässige Komponist Ross Edwards, Lehrer von Nicholas Vines, Jane Stanley und Matthew Hindson, endlich sein neues Vokalwerk Miracles aus der Taufe heben. Unter Lyn Williams singt es der Kinderchor von Sydney zusammen mit Solisten aus den Gondwana Staatschören in der City Recital Hall sein diesjähriges Weihnachtskonzert Voices of…

  • Kein Leichtgewicht: das Sousaphon

    Der hochrangige US-Militärmusiker John Philip Sousa (1854 – 1932) gehörte auch komponierend einer Freimaurerloge an und hielt nicht viel von Schallplatte und Radio, was aber nicht verhinderte, dass heute Aufnahmen mit der Musik des von ihm angeregten innovativen Musikinstruments in die Gehöre der Lebenden gelangen: Das Sousaphon ist schlicht der Gigant unter den Tuben, bei deren…

  • Kyffdates und Wartburgtermine vor Weihnachten

    Das von Presse, Fernsehen und etlichen anderen Medien in letzter Zeit verdientermaßen häufig fokusierte Loh-Orchester, das in Schloss Sondershausen im Kyffhäuserkreis seinen Sitz hat, bietet im Dezember wieder interessante Konzerte an: Zum Beispiel leitet am Freitag, den 12. Dezember um 18 Uhr Elena Pierini, die Chordirektorin des Theaters Nordhausen, durch ein familienfreundliches Potpourri zur Advents- und…

  • Calliope Dreaming – eine Haydn-Hommage

    Neben der einst wirklich lebendigen zehnten Muse Sappho kannte das antike Griechenland noch neun weitere, die den Helikon besiedelten, eine davon Kalliope. Sie war zuständig für die Wissenschaft, vor allem aber für epische Dichtungen. Auf Bildwerken erkennt man sie daher meist an Buchrolle oder Tafel und Schreibwerkzeug. Sie kann damit auch als Inspirationsquelle für Joseph…