• Wandel einer Tanzform aus höfischer Konvention

    Thomas Maces Kompendium Musick’s Monument ordnete 1676 die vermutlich aus Spanien oder auch Mexiko stammende Sarabande den schnellen Tänzen im Dreiertakt zu, während die Form wenig später bei Arcangelo Corelli zwischen den höchst unterschiedlichen Tempoangaben Vivace, Allegro, Adagio und Largo oszilliert. Dies weist schon gegen Ende des 17. Jahrhunderts auf einen immer freieren Umgang mit der…

  • Auf traditioneller und minimalistischer Basis

    Das Brot zahlreicher kreativer Tonsetzer vom 20. Jahrhundert bis heute besteht im Schaffen von Filmmusik, die per se persönliche Entfaltung ja nur in Grenzen zulässt – es sei denn, der eigene Stil wäre bereits so ausgeprägt, dass auch enge Vorgaben eines Drehbuchs seine substanzielle Idiomatik nicht wesentlich zu ändern vermögen. Dies mag insbesondere auf die Schreibweise des…

  • Hinter ACME …

    … verbirgt sich zum einen das griechische Wort für den „entscheidenden Augenblick“, zum anderen der danach (selbst)bewusst gewählte Name einer experimentell orientierten Gruppe von performanzorientierten Komponisten aus Adelaide. Dieser absichtsvoll unakademisch auftretenden Vereinigung gehörte zwischen 1993 und 1995 auch die 1974 geborene Melita White an, die aus ihrem Mitwirken wesentliche Impulse für ihr eigenes, deutlich experimentelles…

  • Am Fuß des Ätna

    Einer der legendenumwobenen Meister des frühen Belcanto wurde zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts in der seinerzeit florierenden Hafenstadt Catania geboren: Vincenzo Bellini (1801 – 1835). Sein allzu kurzes Leben steht im Widerspruch zum Ruhm, der ihn bereits zu seinen Lebzeiten erreichte. Denn mit seiner dritten Oper Il pirata, die in Mailand 1827 veröffentlicht wurde, katapultierte er…

  • Mannshohe Wellen, Sturm, Strand bei Nacht

    Außermusikalische Programme beschäftigten viele Komponisten, die der Musik eine gewisse Autonomie zuerkannten, durch die Jahrhunderte – gerade dort, wo beschreibende Sprache an ihre Grenzen stieß. Dies trifft speziell auf Naturphänomene zu, die nicht ausreichend erforscht waren und ebenso viel Furcht wie Faszination erregten. Neben hohen Bergen und tiefen Wäldern galt eine solche Empfindungsmischung aus Schauer und Ehrfurcht insbesondere dem…

  • Schwungvolle Tanzmusik aus Suriname

    Unbestritten bleibt das wichtigste Musikerbe des Südkaribikstaats Suriname der Kaseko, ein schwungvoller Tanz, der vermutlich auf die französische Wendung casser le corps zurückzuführen ist. Es handelt sich dabei um eine Mixtur aus mehreren Tanztraditionen Europas, Afrikas und Amerikas, die schon während der Zeit der Sklaverei gepflegt wurden. Sein Kennzeichen ist daher eine besondere rhythmische Komplexität. Besondere…

  • Startschuss für die polnische Oper

    1778 begann in Warschau der Aufstieg der polnischen Musiktheaters nach erfolgreichen Singspieldebuts mit dem veritablen Erstling Nędza uszczęśliwiona, zu deutsch: Glück im Unglück. Die Musik lieferte der 1734 im ungarischen Ödenburg geborene Maciej Kamieński, der in Wien studiert hatte und erst 1760 in sein Vaterland zugezogen war. Neben sechs polnischen und zwei deutschsprachigen Opern gerieten in Folge der überrragenden…

  • Akrobaten am Xylophon … und anderswo

    Anhänger klassischer und avantgardistischer Schlagzeugmusik dürfen sich auf die Uraufführung von Dieter Macks neues Konzert Wooden am 17. Mai in Saarbrücken freuen. Die Deutsche Radio-Philharmonie spielt es unter Brad Lubman zu Ehren des 90. Geburtstags des Komponisten Klaus Huber. Gewidmet ist es dem „Drummer“ Johannes Fischer, der die Matinee ab 11 Uhr als Solist bestreiten wird.…

  • Spagat zwischen den Kontinenten

    Während ihrer aktiven Zeit als Hochschullehrer blieben manche bedeutenden Komponisten eher ihrer theoretischen Werke wegen im Gedächtnis. So erging es auch dem australischen Pianisten Ernest Hutcheson (1871 – 1951), dessen Elements of Piano Technique, The Literature of the Piano und Elektra: A Guide to the Opera nachhaltiger wirkten als das Konzert für zwei Klaviere, seine Symphonie oder…

  • Meisterin der frühklassischen Arie: Marianna Martinez

    Benannt nach der prächtigen neapolitanischen Villa Floridiana mit ihrem bekannten, zur städtischen Universität gehörenden Botanischen Garten ist das junge Ensemble gleichen Namens auch schon mit zwei bedeutenden Veröffentlichungen hervorgetreten, zunächst mit Il Primo Amore, auf der Nuria Rial zu hören ist (Harmonia Mundi, B0075KFATE). Auf ihrer aktuellen CD mit Arien, einem Cembalokonzert und einer Sonate von…