Kategorie: Wissenswert

  • Über Agogik

    Über Agogik

    Bei jeglicher musikalischer Aufführung geht die Art des Vortrags mit der für die einzelnen Abschnitte gewählten oder passenden Dynamik einher. Der Modus verdeutlicht die Taktart, den harmonischen Bau und die motivische Struktur des Satzes. Verkürzt, aber dennoch genau genug formuliert bedeutet Agogik die Modifikation des Tempos, das in etwa seit der Wiener Klassik standardmäßig im…

  • Kosaken im Exil

    Kosaken im Exil

    Langsam fällt der westlichen Hemisphäre die Bedeutung der ukrainischen Musik wie ein Schleier von den Ohren, wenn man so will … Denn es ist nicht so, dass hier vergessene Komponisten wiederentdeckt wurden wie es sonst gang und gäbe ist; vielmehr wurde die gesamte ukrainische Musikgeschichte auch in Deutschland weder rezipiert noch aufgearbeitet, nur der Name…

  • Revolutionäre (nicht) gefragt?

    Entgegen anachronistischen Anmutungen der derzeitigen russischen Politelite existierte eine eigenständige ukrainische Kultur seit mehreren tausend Jahren, angefangen bei der prähistorischen Webergesellschaft in der heutigen Landesmitte. Ebenso wie eine Generation vor ihm Mykola Lysenko pflegte der aus Urasowo im Bezirk von Woronesch gebürtige spätere Musikkritiker, Musikwissenschaftler, Dozent und Komponist Walentyn Kostenko durchaus romantische Vorstellungen von einem…

  • Hommage an den Orinoco

    Die Venezolanerin Renata Cedeño landete mit Orinoquia, einem zyklischen Stück für Klavier zu Händen, das programmatischem Bezug zum riesenhaften, weit mäandrierenden Fluss und seiner Umgebung selbst hat, einen klassischen Hit. Sie selbst fungiert heute in Panama als leitende Dozentin und als gefragte Konzertpianistin. Nebenamtlich, wenn man so will, ist sie an der Orgel zu hören.

  • Magic Square

    Magic Square

    Sie komponierte das Simurgh-Quintett genau zur Jahrtausendwende 2000, ziemlich genau zwanzig Jahre später revidierte Wiktorija Poljowa es noch einmal. Der Protagonist kommt aus Persien, es handelt sich um eine Art wiedererstehenden Phoenix. Laut dem Ehepaar und künstlerischen Klavier-Cello-Duo Iryna Starodub und Yurii Pogoretskyi hat dieser Mythos eine besondere symbolische Bedeutung für die derzeitige Lage der…

  • Klingende Schauspiele und Orte: Symphonic Poems

    Edward McDowell war mit der dramatisch durchdachten Tondichtung Hamlet and Ophelia (1885) sicher einer der Pioniere für regelrechte symphonische Programmmusik aus den Vereinigten Staaten. Ihm folgte 1917 Howard Hansons Symphonic Legend, und dem „symphonischen Gedicht“ Before the Dawn (1920).

  • Aus romantischer Schule

    Aus romantischer Schule

    Viele Kulturschaffende nicht nur in Europa betrachteten es seit der Mitte des 19. Jahrhunderts als ihre ebenso persönliche wie gemeinnützige Aufgabe, einheimische Folklore systematisch zu erforschen, zu sammeln und, wo möglich, aufzuführen. Unter ihnen befand sich, wenn es um die populäre Lied- und Instrumentalmusik der Ukraine ging, auch der aus einem Ort nahe Krementschuk am…

  • Perspektiven, Erweiterungen und Neuigkeiten

    Dass, wie Frédéric Döhl in der neuesten Ausgabe des beim Steiner Verlag erscheinenden Archivs für Musikwissenschaft feststellt, Musikgeschichtsschreibung im Internet nur prekär verfügbar ist, ist auf jeden Fall bedauerlich: Denn dadurch fehlt ein lebendiges Diskussionsforum in dieser Teildisziplin über wissenschaftliche Blogs hinweg im Sinne eines allzeit verfügbaren aktiven Netzwerks. Weitet sich der Blick auf Musikinformationen…

  • Erstmals notiert: Indianische Musik

    Erstmals notiert: Indianische Musik

    Im Südwesten Nordamerikas begannen im 17. Jahrhundert Indigene Elemente christlich und europäisch basierter Kunstmusik in ihre Klangkunst zu übernehmen oder wenigstens ihre Notation zu adaptieren. Mischformen repräsentiert unter anderem der von Mexico herrührende innovative schnelle Gesang des Peyote-Kults, dessen Pflege und Entwicklung sich bis heute fortsetzt.

  • Anfänge und Revival des Ragtime

    Anders als vielleicht mancher denken mag, schrieb Scott Joplin nicht als erster Ragtimes, relativ kurze Stücke mit Tanzcharakter in einer speziellen, seit 1870 in den USA gebrauchten Spielweise, die einige Jahre später in bluesbasierte Jazzstile und rasch auch in die westliche Kunstmusik einging, wenn sie nicht gar bereits von klassischen Vorbildern inspiriert war: Es ließen…