Kategorie: Wissenswert

  • Pi ti wai kru

    Animistische Vorstellungen in Verbindung mit dem Buddhismus prägten die klassische Musik zwischen Burma und Kambodscha. Dabei spielt der Dank an die Götter insbesondere für die Gabe des musischen Wissen eine große Rolle in der traditionellen Zeremonie Pi ti wai kru. Zu den klassischen „höfischen“ Genres in Aufführungen gehören Tempeltänze ebenso wie die lakhon genannten Tanzdramen. Fon…

  • Raum für Kontemplation

    Threefold heißt ein Kleeblatt aus drei Stücken für drei Klarinetten aus der Schublade von Christine McCombe, das seinen Weg ins Studio und auf eine Platte mit Werken anderer australischer KomponistInnen fand, von Elena Kats-Chernin und Michelle Madder ebenso wie von Ross Edwards, Harold Allen und Don Banks – wobei der Titel der CD Tilting at infinity…

  • Der zweite Paganini

    Paganini war der Fixstern seiner frühen Laufbahn, aber nicht nur das: Nach einigen Jahren als Konzertmeister, anschließend als Kapellmeister am Lemberger Theater ging Karol Józef Lipiński nach Italien, nur zu dem Zweck, den bekanntesten europäischen Geiger seiner Zeit selbst zu hören – und freundete sich mit diesem in Mailand an, woraus gemeinsame Konzerte hervorgingen. Dabei kann Lipiński selbst als…

  • Reisen zum verborgenen Garten

    Mit dem Paukenschlag einer sehr individuell instrumentierten Orchesterkomposition meldete sich Brian Howard Mitte der 1970er Jahre im öffentlichen Konzertbetrieb erstmals deutlich zu Wort: Il tramonto della luna („Der Monduntergang“) sieht eine Besetzung mit deutlichem Klangübergewicht der tiefen Holz- und Blechbläser sowie der Flöten und des Schlagwerks vor. Der beginnenden Komponisten- und Dirigentenkarriere gingen Studien bei Peter Sculthorpe voran. Seine Teilnahme…

  • Die Taktgeber

    Sucht man in Notenblättern etlicher vergangener Jahrhunderte nach probaten Taktgebern für Musiker, so fragt man sich, ob Geräte als Hilfsmittel tatsächlich notwendig waren – lediglich vom Anfängerunterricht abgesehen. Denn schließlich genügt bei der Ausführung schon das Klopfen mit dem Fuß, um bei schwierigerem Notentext „im Takt zu bleiben“. Darüber hinaus bietet ja die Literatur selbst…

  • Eine apollinische Wende

    Erfahrungen im Umgang mit Maschinen zur Klangerzeugung und -speicherung hatte Elżbieta Sikora bereits durch ein Studium der Tontechnik in Warschau erworben, bevor sie sich entschied, diese am IRCAM-Institut in Paris mit ihrer ursprünglichen Profession als Pianistin zu verbinden. Aus dieser Fusion entstanden im Anschluss an ein weiteres Kompositionsstudium in Warschau weit mehr elektronisch und auf Tonbandmanipulation basierte…

  • Erkundung der Blue Mountains

    Ähnlich wie ihre australische Kollegin Peggy Polias beschäftigte sich Josephine Truman im Zuge ihrer ungewöhnlichen Laufbahn als Vokalexpertin, Erzählerin am Instrument, Improvisationskünstlerin und Pianistin mit der alten Elementenlehre, genauer: dem Thema der vier Elemente. Ihre Uraufführung erlebten die Elements anlässlich einer Morgenmeditation in Hobarts Marienkathedrale. Ihre bevorzugte Besetzung mit elektroakustischen Instrumenten führte dazu, dass sie mit dem E-Gitarristen Lennie Marks…

  • Rund um das Fagott

    Als unmittelbarer Vorläufer aller Fagottinstrumente gilt wenigstens hierzulande der Dulzian. Abbildungen aus dem Italien des 16. Jahrhunderts zeigen acht statt sieben Grifflöcher – wie bei den frühesten so bezeichneten Fagotten üblich waren. Der Dulzian taucht erstmals in einer Schrift von Johannes Tinctoris 1486 unter dem Namen dulcina auf und erstaunlicherweise lebt eine Variante der alten Dulzaina aus der…

  • Rumfässer als Trommeln: „Youloumain“

    Vor jeglicher Besitznahme siedelten Kariben auf Youloumain, die sich bis 1719 vehement der europäischen Besiedlung zunächst durch Frankreich, dann aus England entgegenstellten. Nachdem ihrer Knechtschaft auf Barbados, Grenada und St. Lucia entronnene afrikanische Sklaven Zuflucht auf dem südostkaribischen Inselatoll im Bereich der Kleinen Antillen „über dem Winde“ gesucht hatten, entwickelte sich hier bald eine größere kreolische Volksgruppe.

  • Trommelfeuer in Belize

    Da der Karibikstaat Belize im Westen direkt an Mexiko und Guatemala angrenzt, verwundert es nicht, dass sich die heutigen Bewohner genealogisch zum Teil auf die Maya zurückführen können. Neben der Mehrheit der Mestizen stellen die Nachfahren afrikanischer Sklaven, Garifunas oder Garinagus genannt, die einst von den Kleinen Antillen kamen, einen größeren Teil der Bevölkerung. Ihr…