Kategorie: Wissenswert

  • Das Museum – zum Leben erweckt

    Museales wird lebendig: Dabei denken wir hier nicht an die fortgesetzte Faszination eines US-Kinoschlagers, dessen numinose Seite sich nicht zuletzt dem unheimlichen Helm in Walpoles The Castle of Otranto, Eichendorffs dämonischem Marmorbild oder dem mit bedrohlicher Stimme singenden Standbild des Komturs in Mozarts Don Giovanni verdankt. Vielmehr meinen wir, wie starre Artefakte, seien es Bilder oder Skulpturen,…

  • Gut bei Stimme: eine romantische Dichterin

    Selbst in umfänglichen Enzyklopädien wird man kaum fündig, wenn man nach einem Eintrag der für Brasilien wichtigen, 1873 in Rio de Janeiro geborenen Liedrepräsentantin Celeste Jaguaribe de Matos Faria sucht. Mütterlicherseits stammte sie aus einer Grafenfamilie ab. Die Sängerin, Dichterin und Komponistin legte sich, wohl wenn sie in Konzerten auftrat, das Pseudonym Stella Bomilcar zu, offensichtlich aber auch, weil…

  • Projektionsflächen und Foren

    Nicht alleine, dass der diesjährige Deutsche Lusitanistentag in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt, genauer: an der Johannes-Gutenberg-Universität stattfindet, auch der Fado ist dank der Aktivitäten der nicht eben kleinen Mainzer Präsenz portugiesisch- und brasilianischstämmiger Bewohner immer wieder live zu hören: So war erst kürzlich Gisela João, bekannt für ihre markant tiefe Stimme, hier zu hören. Und Mariza, eine der…

  • Im Radius der Virtuosen

    Auch auf die Warschauer Musikerin Filipina Brzezińska (1800 – 1886) wirkte das Tatra-Gebirge anziehend wie ein Magnetberg auf Eisen – zur selben Zeit, wie die zahlreichen musikalischen Widmungen ihrer Kollegen, nämlich diejenigen Jan Kleczyńskis, Władisław Żeleńskis, Ignaz Paderewskis oder Zygmunt Noskowskis an die breiten Panoramen entstanden, die sich den romantisch gestimmten Wanderer-Künstlern in der wilden Landschaft boten.

  • Figurationen des Fremden

    Man braucht gar nicht von der Faszination des Exotischen in der Begegnung mit ganz anderen Kulturen, wie sie in einem eher plakativen Sinn The Indian Queen und die Ballettoper Les Indes Galantes vorführen, auszugehen. Bereits in der Substanz der melodischen Sequenz, etwa in der Aufeinanderfolge mehrerer Halbtonschritte in eine Richtung, liegt eine „Verfremdung“ vor. Ebenso gilt dies natürlich…

  • Karneval dominikanisch

    Eine der noch mehr farbenfrohen als närrischen Hochburgen in diesen Tagen ist Santo Domingo, die Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Um den 27. Februar jeden Jahres finden die „offiziellen“ Umzüge statt, doch beginnt das lustige Treiben schon etliche Wochen früher, je nach lokaler Initiative.

  • Mehr Objektivität dank Digitalität

    Einmal eröffnet natürlich das Internet durch Suchen in Datenbanken streambarer Audio-Files Dirigenten, Musikforschenden und -journalisten in Zukunft unschätzbare Arbeitserleichterungen, denn vergleichende Vorgehensweisen werden bequem am Schreibtisch oder in mobilen Situationen möglich sein, ohne dass für eine grundlegende Analyse noch die physisch existente Mediathek bemüht werden müsste. Zum zweiten schaffen „künstlich-intelligent“ programmierte Maschinen die Aufbereitung und eine objektivere Positionierung…

  • Im Dunkel der Geschichte?

    Als bedeutender byzantinischer Musiktheoretiker des 15. Jahrhunderts galt Manuel Chrysaphes, der als Kantor an der Hagia Sophia fungierte, auf heutigem serbischem Boden und auf Kreta lebte. Auch als Komponist leistete er Bedeutendes, doch erwarb sich im kommenden Säkulum Frangiskos Leontaridis die eigentlichen Lorbeeren eines parallel zur hochpolyphonen westlichen Renaissancemusik entstehenden nachbyzantinischen Stils im (noch lange)…

  • Konzentration kreativer Kräfte

    Bei einem Blick auf die Landkarte Kanadas gelangt man zu einer trivialen Einsicht, konnte es nämlich schon vorher ahnen: Die Produktion klassischer Werke seit dem 19. Jahrhundert und Neuer Musik im Anschluss an elektroakustische Experimente sowie diverse Avantgarde-Strömungen im 20.  mit Fortsetzung konzentriert sich in den südöstlich gelegenen Städten, die einmal zu den ultimativen Ballungsräumen…

  • Time Pieces – jazzgetränkte Kammerstücke

    In Chicago und damit in einer der größten polnischen Gemeinden der USA aufgewachsen debütierte der Pianist Robert Muczynski (1929 – 2010) mit Ende 20, aber mit eigenem Programm in der New Yorker Carnegie Hall. Seine Klavier- und Kammermusik gehört heute zum international etablierten Repertoire. Da seine Lehrer nicht durchgehend zum Kreis der bekannteren emigrierten polnischen Musiker gehörten und er…