Kategorie: Wissenswert

  • Die Befreiung der Andromeda

      Kinogänger werden zunächst an das unter spanischer Beteiligung mit Javier Navarrete als Lieferant der akustischen Ausmalung gedrehte Breitwandepos von Jonathan Liebesman, Zorn der Titanen (2012), denken – oder an den unmittelbar vorhergehenden US-Streifen Kampf der Titanen, der ein verändertes Remake des Films von 1981 darstellt. Einmal abgesehen davon, dass es sich bei den Publikumsmagneten in Teilen um einen Clash…

  • Was sich hinter ACA verbirgt

    Wechselseitige Inspirationsquellen waren nordamerikanische und europäische Kulturen seit der Aufklärung, wobei sich eine breite Rezeption erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts abzeichnete, was durch die vermehrte Einwanderung in den USA mitbedingt war. Wenn von Musik die Rede ist: Das Schaffen US-amerikanischer Komponisten in Europa nimmt sich bis heute demgegenüber marginal aus. Noch in weit…

  • Epengesang – Romanze – Kirchenkonzert

    Ähnlich wie ihr Nachbarland Polen musste die Ukraine stets als „Puffer“ zwischen den größeren Mächten herhalten, nicht erst, seit die Interessen russischer Bevölkerungsteile zum Politikum wurden und – unter Einwirkung aus östlicher Richtung – Krieg nach sich zogen. Die gegenwärtige Situation verstellt leider den Blick auf die Bedeutung der Künste, speziell der Musik im Land, die nicht nur durch…

  • Teatro Nacional, Brasilia: Geburtsstunde eines Orchesters

    Eine Melange aus Eigenheiten russischer Musik der frühen Moderne und brasilianischer Folklore auf der Basis von Musiklehre aus Deutschland – das gibt es nicht alle Tage. Sie ereignete sich aber exzeptionell im Schaffen des 1919 in Manaus, der Kapitale der Amazonasregion geborenen Dirigenten und Komponisten Cláudio Santoro. Neben seinem in Rio de Janeiro ansässigen Lehrer Hans-Joachim…

  • Gades Anfänge

    Natürlich ist es kein Zufall, dass Niels Wilhelm Gades erste „offizielle“ Instrumentalkomposition das Scherzo zu einem Klavierquartett in cis-Moll für dessen gängigste Besetzung mit Violine, Bratsche und Violoncello war. Um 1836 war er nämlich (sicherlich einer der jüngsten) Geiger an der Königlichen Kapelle zu Kopenhagen, studierte aber gleichzeitig bei Andreas Peter Berggreen Komposition; für einen Anfänger im…

  • Taljaard’s Tales

    Seine Chormusik basiert zum größten Teil auf Versen in Afrikaans, doch liegt mit Thula Sthandwa für zwei verschieden gemischte Besetzungen auch ein Beitrag in der historisch indigenen Landessprache vor: Hannes Taljaard aus Siloam im südafrikanischen Bundesstaat Venda macht in den durch niederländischen Einfluss in seiner Heimat „sesshaft“ gewordene europäischen Genres gerne afrikanische, aber auch arabische…

  • Carriacou: „Große Trommel“ und kleine Quadrille

    Die Region der Grenadinen innerhalb der Gruppe der Antillen „über dem Winde“ verfügt über etliche nahezu unbewohnte Miniatureilande. Der geographischen Zersplitterung zum Trotz gibt es dort ein Zentrum, nämlich die von etwa achttausend Menschen bevölkerte Insel Carriacou, die mit Hillsborough eine eigene Hauptstadt aufweisen kann.

  • Nahe dem Gefrierpunkt

    Abgesehen von einigen mehr als nur ungemütlichen Aspekten der nordischen Zonen Russlands, man denke an „Archipel GULAG“, finden Kreative klassischer Couleur auch hier ihre Mus(s)e. So arbeitete etwa der gefeierte, aus der Südostukraine stammende Komponist Yuri Kunets, den sowohl traditioneller Jazz als auch die romantische russische und ältere Musik Mitteleuropas prägte, zehn Jahre lang als Orchesterleiter in…

  • Vorzugsweise freie Formen

    Hängt es möglicherweise mit der historischen Kongruenz von Haus- und Kammermusik zusammen, dass ein namhafter australischer Musikwissenschaftler, Larry Sitsky, Komponisten in Bausch und Bogen als Pragmatiker bezeichnet, die für (unmittelbar) verfügbares Instrumentarium schreiben, nach passenden Gelegenheiten, die sich nicht vorrangig nach Kalender- oder Kirchenjahr richten, sondern mehr nach persönlichen Bezugnahmen und den Umständen vor Ort: Wo nur Orgel, Chor…

  • Gesungene Worte – für jeden Kalendertag

    Rekordverdächtige Leistungen wollten vielleicht gerade in der Renaissance aufgestellt werden, denn begabte Künstler, Naturwissenschaftler oder Schriftsteller wie Leonardo da Vinci suchten in ihrem neuhumanistischen Verständnis, nach dem der Mensch nicht länger nur ein Staubkorn in Gottes Schöpfung sei, sondern wegen seiner spezifischen Fähigkeiten als Allrounder verschiedenste Wissensgebiete im theoretischen wie im praktischen Sinn bedienen sollte,…