Kategorie: News

  • Tragende Stimmen: Aborigines als Musikschöpfer

    Das kulturpolitische „Zeichen“ war überfällig, stellt aber nur auf kleinem Gebiet einen Ausgleich her: Dank des von ANU moderierten ersten australischen Workshops AMPLify Indigenous Composers trafen sich mit (mehr)hundertjähriger Verspätung im März 2017 fünf Aborigines-Kunstschaffende. Die aktuellen Musikprojekte von Elizabeth Sheppard, Brenda Gifford, Troy Russell, Rhyan Clapham und Tim Gray wurden vom bekannten Ensemble Offspring am Eora…

  • Pastiche

    In letzter Zeit erlebte der musikalische Labskaus oder auch: die Flickoper eine deutliche Wiederbelebung, nicht nur dank des 1986 uraufgeführten Musicals Phantom der Oper, sondern auch, mit Rücksicht auf die barocke Entstehungszeit des fragwürdigen Genres, mit der New Yorker Met-Aufführung des Pasticcios The Enchanted Island am 31. Dezember 2011: Die Mixtur der verarbeiteten Arien und…

  • „Neben dir zählt nicht viel“

    Haben wir das nicht schon mal gehört? Der Auftakt zu Mi vida klingt wie die Jingle-Werbebotschaft einer Combo, die hier ein weit verstreutes Publikum sammelt. Original karibisch wirkt diese Fusion aus Reggae und Latino-Dancefloor auf der neuesten CD von Jah Chango, der gerne im Gespann mit Jamaram auftritt, nicht, doch sie dokumentiert, dass sich auf Formentera…

  • Das allererste …konzert und seine frühen Kinder

    Vielleicht war der Barockdichter und -komponist Johann Beer (1655 – 1700) der erste Kreative in der Musikgeschichte, der für das hier gefragte Instrument zusammen mit einem ähnlichen ein Doppelkonzert schrieb, das ungefähr auf 1680 zu datieren ist, da es nur in einer späteren Abschrift vorliegt. Die beiden Blasinstrumente kommen hier nur sparsam zum Einsatz und weisen…

  • Vorweihnachtszeit in Zentralamerika

    Da es sich um britisches Überseegebiet handelt, bestimmen teilweise auch klassische Musiktraditionen aus England die Adventsfestlichkeiten auf den Kaiman-Inseln mit, man denke an Ralph Vaughan Williams‘ Fantasia on Christmas Carols oder Benjamin Brittens A Ceremony of Carols. Doch handelt es sich gerade hier um das Zentrum einer eigenständig ausgebildeten Tradition der Vorweihnachtszeit im gesamten Raum…

  • Variety – highly recommanded

    Aus zwei Erdteilen und hinsichtlich ihrer Entwürfe doch (seelen-)verwandt: Die beiden, um die es geht, zeigen wenig Interesse an Tonsätzen, in denen sich nach festen Regeln aus einem ent- oder verborgenen Motiv Themen entwickeln, vielmehr setzen sie auf sukzessive Varianz entlang am Faden eines bestimmten Programms oder einer Idee. So treten Wiedererkennungseffekte selten ein, die Einsätze zu…

  • Die Befreiung der Andromeda

      Kinogänger werden zunächst an das unter spanischer Beteiligung mit Javier Navarrete als Lieferant der akustischen Ausmalung gedrehte Breitwandepos von Jonathan Liebesman, Zorn der Titanen (2012), denken – oder an den unmittelbar vorhergehenden US-Streifen Kampf der Titanen, der ein verändertes Remake des Films von 1981 darstellt. Einmal abgesehen davon, dass es sich bei den Publikumsmagneten in Teilen um einen Clash…

  • Ankunft mit Wegmarken

    Weihnachts- und damit wohl auch Adventsmusik steht derzeit, wie mancher zivilisationskritische Cartoon ohne langes Federlesen dokumentiert, bei vielen nicht hoch im Kurs – vielmehr häufig auf dem Index des guten Geschmacks. Ist die Ursache dafür auch in den Kirchenaustritten zu sehen? Dennoch verläuft der Weg, wie etwa München mit etlichen Klassikveranstaltungen in den nächsten vier bis fünf Wochen zeigt, in geistlichen…

  • Pathos heißt Leidenschaft

    Die Begeisterung für ein musikalisches Werk muss nicht mit Gefühlsüberschwang, Getöse und Tastendonner einhergehen. Dieser Einsicht scheint auch die Pianistin des Freitagabends im Theater Erfurt gefolgt zu sein: Anders als es mancher Hörer von älteren Einspielungen gewohnt sein mag, entfaltete sich Jieni Wans Leidenschaft für Edvard Griegs Klavierkonzert a-Moll op. 16 aus der Substanz und…

  • Konklusion der Exklusiven: Südkorea und Europa

    Die Donaueschinger Uraufführung von Sori für Orchester machte die koreanische Komponistin Younghi Pagh-Paan Anfang der 1980er Jahre schlagartig weltbekannt. In Deutschland, wo sie nach ihrem Anfangsstudium der Musiktheorie und Komposition in Seoul dann bei Klaus Huber und Brian Ferneyhough die Fertigkeiten im Tonsatz und bei Edith Picht-Axenfeld im Fach Klavier perfektionierte, war ihre Ausrichtung fast ein Alleinstellungsmerkmal: Sie ergründete fortan…