Kategorie: News

  • Überraschungsei der Hörerlebnisse

    Die Schweiz versetzt einen, schaltet man eidgenössische Radiosender ein, angesichts der ungeahnten Fülle von Symphonien und Kammermusik in Staunen, noch mehr, dass man anders als von allseits medial präsenten Klangkörpern wie dem Orchestre de la Suisse Romande von den Namen der TonschöpferInnen bisher wenig gehört oder gelesen hat. Berücksichtigt man das nicht nur im 18. Jahrhundert (allerdings besonders in…

  • Impulse aus der Hauptstadt

    Wenn es um Aktivitäten und die Entwicklung auf kunstmusikalischem Sektor geht, scheint die Kapitale hinter pulsierenden Kulturzentren wie Sydney und etwas dahinter Melbourne beinahe zu verschwinden. Dabei verfügt Canberra, das mit Deklarationsdatum 5. Mai 1927 als eine der jüngsten Welthauptstädte überhaupt gelten kann, selbst über Konzerthäuser und eine Oper und nicht zuletzt residieren hier namhafte MusikerInnen.

  • Durch alle Tonarten

    Kaum eine Generation später als ihre italienischen „Kolleginnen“ Francesca Caccini und Barbara Strozzi beteiligte sich Anne (oder Marguerite?) Bocquet rege am Musikleben ihrer Zeit, in der die Oper auch in Paris langsam die Bühnen zu erobern begann. Wir wissen nicht viel über ihr Wirken, doch soviel, dass sie zwischen 1653 und 1659 zusammen mit der Literatin…

  • Einfach fagöttlich

    Noch mit dem Kammermusikarrangement der Carmen-Suite von Georges Bizet in den Gehörgängen erinnert sich der Hörer dankbar an den einzigartigen Ton des Fagotts über dem Klavier: klagend, gleichzeitig brummend, ironisch schräg, auch mal der Klezmer-Klarinette ähnlich und klanglich einige Nuancen klarer und geschliffener als die meisten Holzbläserverwandten im Orchester. Längst hat das unnachahmliche Instrument auch über dem…

  • Improvisationskunst: Trio Giannouli

    Ihre Ausrichtung hin auf neomediale und verschiedene Künste verbindende, prinzipiell performativ ausgerichtete Formate lässt an Trends in der australischen Gegenwartsmusik denken: Die Griechin Tania Giannouli, Jahrgang 1977, bewegt sich als klassisch und auch in den theoretischen Fächern ausgebildete Pianistin zwischen progressiver Video Sound Art und teils komplett improvisierten Aufführungen, letztere auch auf elektroakustischer Basis. Schrieben…

  • Elegisch und pastoral bis munter

    Ianua – Die Tür zu einem neuen Jahr mit zahlreichen Konzerten führte Anhänger des manchmal melancholisch näselnden, ebenso aber heiter sprudelnden oder bukolisch quakenden und seltener auch jazzaffinen Tons der Oboe am 9. Januar zunächst nach Basel, wo das Capricornus Consort Basel in der Peterskirche der Stadt mit der exzellenten Oboistin Katharina Arfken, Professorin an der Schola…

  • Primat(en) der Unterhaltung

    Jede/r kann noch mit dem Blick aufs Heute bestätigen, was der österreichische Philosoph Robert Pfaller vor wenigen Jahren festgehalten hat: In den öffentlichen Unterhaltungsmedien vom Buch in jedwedem Format über das Internet bis zum Fernsehen dominiert der tragische Diskurs in einer Größenordnung von um die achtzig Prozent. Aber warum werden eigentlich so viele Krimis und Thriller produziert? Ausgehend…

  • Eine singuläre Stimme: aus Europas Südwesten

    Berta Cándida Alves de Sousa (1906 – 1997) kann als eine der ganz wenigen erfolgreich Kunstmusik komponierenden Frauen Portugals im 20. Jahrhundert gelten. Sie schuf solistische Klavierstücke ebenso wie Kammermusik für zwei oder drei Instrumente, in der Regel für Cello und Klavier, Orchesterwerke, geistliche Vokal- und Chormusik, später ein paar bedeutende Werke für die Bühne, darunter…

  • Brücken und Identitäten

    Wissenschaftlerinnen der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien aus verschiedenen Sonderfachgebieten und zwei männliche Teamkollegen führten bis 2018 die ausgedehnte Ringvorlesung „Transkulturalität_mdw“ durch. Sie resultierte in dem Sammelband Transkulturelle Erkundungen. Wissenschaftlich-künstlerische Perspektiven, der vergangenen November im Haus Böhlau erschien.

  • Caribe vestrum – unter kubanischer Flagge

    Vor ziemlich genau elf Monaten erschien das für Aufsehen sorgende Album Caribe nostrum. Gemeinsam mit ihrem gleichnamigen Quintett stellte Jenny Peña Campo dem internationalen Publikum neun nicht allzu bekannte Stücke vor, mit denen sich Nichtinsulaner in die lebendigen Szenen zeitgenössischer kubanischer Kunstmusik und traditioneller Liedpraxis hineinversetzen konnten. Die Dramaturgin, Schauspielerin und Sprecherin Johanna Wokalek inszenierte für…