Kategorie: News
-
Nicht nur 2002: Rückschritte im Fortschritt
Ein vielversprechender Trend, der jedenfalls auf dem europäischen Kontinent noch nicht so ganz Fuß fassen konnte, ist die Verbindung zwischen Kunstvideo und Oper. In den Vereinigten Staaten, in Österreich dank seines Ideenpotenzials, ebenso in Griechenland oder Spanien, vor allem aber in Australien ist die pure Video-Oper schon fast Geschichte: Die dort deutlich fester etablierten experimentellen Szenen…
-
Irish Sheridan, British Wilde: dennoch in Brexit-Zeiten
Rücken manche großen Würfe des Musiktheaters wegen ihrer Kürze an den Rand des Geschehens? Es mag sein, dass der Einakter mit seinen Wurzeln in den Vaudevilles wandernder Ensembles von seinem gewissermaßen inoffiziellen Charakter einiges zurückbehalten hat.
-
Vorgeschmack?
Zu den bisher gefundenen 45 gesellen sich nun zwölf weitere, erst kürzlich entdeckte Orgelkompositionen aus Giacomo Puccinis Feder. In gewisser Weise stellen auch sie eine Vorstufe zu Motiven und Melodien in den späteren Opern dar; nicht zufällig schrieb der junge Organist aus Lucca 1876 zunächst ein symphonisches Präludium, das aus seiner Praxis als noch nicht volljähriger…
-
Nachdenklich, engagiert, einfallsreich
Das vergleichsweise junge Warschau musste über Jahrhunderte gegenüber Krakau, wo die Künste bis heute kein Mauerblümchendasein fristen, zurückstehen. Und dennoch gibt es seit längerem in der wirtschaftlich brummenden Metropole des Landes auch genügend Nachwuchs etwa an Musikschaffenden. Zu den produktiven neueren zählt die avantgardistisch und klassisch ausgerichtete Operndirigentin Klaudia Pasternak, deren Werk quer durch Polen von bedeutenden…
-
Überraschungsei der Hörerlebnisse
Die Schweiz versetzt einen, schaltet man eidgenössische Radiosender ein, angesichts der ungeahnten Fülle von Symphonien und Kammermusik in Staunen, noch mehr, dass man anders als von allseits medial präsenten Klangkörpern wie dem Orchestre de la Suisse Romande von den Namen der TonschöpferInnen bisher wenig gehört oder gelesen hat. Berücksichtigt man das nicht nur im 18. Jahrhundert (allerdings besonders in…
-
Impulse aus der Hauptstadt
Wenn es um Aktivitäten und die Entwicklung auf kunstmusikalischem Sektor geht, scheint die Kapitale hinter pulsierenden Kulturzentren wie Sydney und etwas dahinter Melbourne beinahe zu verschwinden. Dabei verfügt Canberra, das mit Deklarationsdatum 5. Mai 1927 als eine der jüngsten Welthauptstädte überhaupt gelten kann, selbst über Konzerthäuser und eine Oper und nicht zuletzt residieren hier namhafte MusikerInnen.
-
Durch alle Tonarten
Kaum eine Generation später als ihre italienischen „Kolleginnen“ Francesca Caccini und Barbara Strozzi beteiligte sich Anne (oder Marguerite?) Bocquet rege am Musikleben ihrer Zeit, in der die Oper auch in Paris langsam die Bühnen zu erobern begann. Wir wissen nicht viel über ihr Wirken, doch soviel, dass sie zwischen 1653 und 1659 zusammen mit der Literatin…
-
Einfach fagöttlich
Noch mit dem Kammermusikarrangement der Carmen-Suite von Georges Bizet in den Gehörgängen erinnert sich der Hörer dankbar an den einzigartigen Ton des Fagotts über dem Klavier: klagend, gleichzeitig brummend, ironisch schräg, auch mal der Klezmer-Klarinette ähnlich und klanglich einige Nuancen klarer und geschliffener als die meisten Holzbläserverwandten im Orchester. Längst hat das unnachahmliche Instrument auch über dem…