Kategorie: News
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Lautenvirtuose der Vorklassik
Die Kobsa ist eine sechssaitige genuin ukrainische Schalenhalslaute, die bereits im 16. Jahrhundert namhaft wurde. Allerdings liegen seither und zumindest bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts zwei Varianten vor, von denen die erste als Knickhalslaute mit der rumänischen cobză verwandt ist, die andere eine Langhalslaute darstellt. Aus ihr ging die größere Bandura hervor, deren Saiten…
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Folklore des Urwalds und seines Zentrums
Seine Begabung in der Orchestrierung, die sich besonders an seinem Tributo a Portinari studieren lässt, machte ihn bald auch zu einem ausgezeichneten Komponisten von dramaturgisch überzeugend eingesetzter Filmmusik: Für seine Soundtracks zu den in Brasilien gedrehten und dort allseits populären Kinoereignissen Terra È sempre Terra und O Canto do Mar wurde der ursprünglich als Violinist…
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Digitalität – von Spiel bis Unterwerfung
Schillers Bonmot, wonach der Mensch sich als solcher zu erkennen gebe, wenn er spielt, gilt im Falle der Nutzung digitaler Möglichkeiten nur mehr bedingt, denn digitale Medien können auch vereinnahmen, unterwerfen oder beherrschen, je bis zu welchem Grad wir uns darauf einlassen. Aber die Grenzen können verschwimmen und es steht manchmal in Frage, ob wir…
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Poesie in Musik gegossen
Das Königreich Polen hatte zur Zeit der Hochblüte der Renaissance wie eine Handvoll andere Sprachregionen Europas seine universell gebildeten Techniker, Künstler und Dichter. Von letzteren war der Poet und Prosaist Jan Kochanowski einer der bedeutendsten und man darf sich fragen, warum von dessen Werk noch keine aktuelle Gesamtausgabe in deutscher Sprache vorliegt.
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Die Wiener Klassik als Referenzpunkt
Mag sein, dass wegen des großen Erfolgs beim neapolitanischen Publikum Il matrimonio segreto ein Jahr nach der Wiener Veröffentlichung 1793 auch heute das populärste Werk von Domenico Cimarosa ist. Seinen Anfängen als unangefochtener Maestro der opera buffa seiner Epoche wird aber erst jetzt mit einer modernen Partitur der „commedia per musica“ Le stravaganze del Conte, in…
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Pantaleon und Hang
Von weitem sieht es einem modernen Cembalo nicht unähnlich: Der Rostocker Musikwissenschaftler und Orgelbauer Martin-Christian Schmidt bildete in seiner Werkstatt 1992 ein verschollenes Pantaleon vom Beginn des 18. Jahrhunderts nach. Dabei handelte es sich um ein großdimensioniertes Hackbrett, auf dem eine ganz standardmäßig wirkende Klaviatur nicht mit den Fingern, sondern mit Holzschlägeln bespielt wurde, die einseitig…
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Fernes Japan?
Spätestens seit Yamada Kōsakus Erfolg mit Kurofune (1954) hielt eine spezifische Gattung der westlichen Welt, die Oper, Einzug auf japanischen Bühnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entfaltete sich die Rezeption europäischer und selbst amerikanischer Musik dort nahezu explosionsartig, die Zahl der Instrumental- und Gesangsstudenten aus dem „Land der aufgehenden Sonne“ nahm an den Musikhochschulen des Westens bis…
