Die weitreichenden Verdienste der einflussreichen und engagierten polnischen Pianistin und Komponistin Janine Garscia, verheiratete Gressel, liegen vor allem im früh- und grundschulpädagogischen Bereich. Darüber könnte aber leicht vergessen werden, dass sie neben schuldidaktischen Gebrauchsstücken und -zyklen wie 1974 Die rhythmisierte Welt für Klavier und Kinderschlagzeug Kammermusik für das „ernste“ Fach schuf, zwei Sonatinen für Cello und Klavier, Miniaturen für Kontrabass oder Cello (1968) etwa, Trifles, op. 42, für Oboe, Cello und Klavier und Kurze Stücke, bei denen wahlweise Oboist(in) oder Fagott(istin) vom Klavier begleitet werden, Impressionen für 4 Violoncelli.

In ihrer Heimatstadt Krakau hatte Garscia, erst viel später von ihrer Heimatstadt Krakau mit dem Goldenen Abzeichen für ihre Bemühungen um die Schulmusik ausgezeichnet, in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs Klavier, Komposition und Orchesterleitung bei Artur Malawski (1904-1957), dem Lehrstuhlinhaber für Ensembleleitung und wie dieser als Kompositionslehrer mit patriotischer Ausrichtung, insbesondere im Bereich der Chormusik, Stanisław Wiechowicz (1893-1963). Letzterer bediente sich für seine Werke in einem besonderen Maß polnischer Folklore, was sie zu ihrem 1951 entstandenen Folk are wondering für Chor und folkloristische Instrumente inspiriert haben mochte.

Der überwiegende Teil ihres didaktisch ausgerichteten musikpraktischen Repertoires dient aber – mit dem Klavier im Zentrum – dem frühen Instrumentaltraining mit Kindern, das neben Ganz leichten Klavierstücken auch an Schulkinderbüchern orientierte weiterführende Übungen zum Individualunterricht, zum Beispiel Winterliche Spiele, Jas und Malgosia, Das Schwätzchen, Kleine Frösche und etliche weitere, teils spätromantisch anmutende Miniaturen dieser Art beinhaltete. Für das Klavier komponierte sie ebenso virtuose Musik, unter anderem an der japanischen Kultur orientierte Stücke.

Janina Garscia, die im Einsatz für Musikpädagogik mit großem Eifer für viele Jahre in ganz Polen unterwegs war, schrieb darüber hinaus elektronische Musik wie The pensive pony und Slushy weather für Klavier und Tonband. Völlig an den praktischen Erfordernissen des Schulalltags orientiert ist auch ihre Bühnenmusik zu Verschiedenen Theaterstücken für Kinder und Jugendliche. Möglicherweise dank des Einflusses ihres Hochschullehrers Wiechowicz widmete sie sich ebenso der weltlichen, insbesondere folkloristischen Chormusik.
