«La otra música»

Sie war die erste Tonkünstlerin, die sich in Spanien und seinem Sprachraum für die institutionelle Durchsetzung von Frauen in der Musik, aber auch innerhalb Europas einsetzte: Maria Luisa Ozaita Marqués begründete 1988 eine entsprechende Sektion innerhalb der spanischen Kulturorganisationen unter dem Namen Mujeres en la Música; sieben Jahre zuvor war sie auf dem in Rom abgehaltenen Kongress Donne in Musica die Repräsentantin ihres Landes. Aus ersterer Vereinigung ging 1991 das Frauenkammerorchester hervor, das sie ebenfalls ins Leben rief.

2010 erschien die Partitur ‚Idilio‘ für Mezzo-Sopran (ISBN 978-8480208970) von Maria Luisa Ozaita (1939-2017).

Komposition alleine war der Baskin keineswegs genug, die das Fach bei Fernando Remacha in Pamplona studierte, hinzu kam intensiver akademischer Unterricht in Klavier, Cembalo und im Dirigieren. Nicht ganz gewöhnlich war es, dass sie den Schritt von Spanien nach Dänemark machte, wo sie bei Leif Thybo am Kopenhagener Königlichen Konservatorium Musiktheorie betrieb und sich ebendort bei Knud Jesper Isaksen im Studium der Tasteninstrumente weiterbilden ließ.

In den 1970er Jahren studierte Maria Luisa Ozaita auch am Kopenhagener Musikkonservatorium. (Henrik Sendelbach, 25.7.2005, CC-Liz.)

Bald schon komponierte Ozaitas Kammermusik: Den Anfang machte, als sie gerade 22 Jahre alt war, das veröffentlichte Kammermusikstück La fuente del balcon (1961) für Viola, Harmonium und Schlagzeug, es folgten sieben Jahre später eine Violinsonate und Drei kleine Stücke für die Flöte. Sie versuchte sich erfolgreich auch im Falle von Oboe, Klarinette, Fagott, Cello, Harfe und Gitarre an Kompositionen, die dem spezifischen Klangcharakter des jeweiligen Instruments gerecht werden sollten. Bis auf wenige Ausnahmen erlangten innerhalb ihrer Vokalwerke die weltlichen besondere Aufmerksamkeit: Heines Atta Troll vertonte sie 1982 als Ballade für Sopranstimme, Flöte und Klavier, unter gleichem Titel wie Joaquín Rodrigo publizierte sie, ein Jahr später Tres canciones españolas für Sopran und Klavier. 20 Jahre zuvor, also 1963, hatte sie bereits eine Version für die Besetzung mit Chorsopranen, Chor, Flöte und Tambourin geschaffen.

Unter anderem auf diesem Cembalo gab Maria Luisa Ozaita Konzerte. (Gérard 25.8.2005, Pietro Faby, 1677, GNU Free Doc. Lic. CC-Liz.)

Von ihren Werken mit Orchesterbesetzung gehört Canción für Streicher, zur baskischen Filmmusik trug Ozaita Marqués mit ihrer Vertonung von Urte Berri eta ametza ’n Dantza („Tanz zum Neuen Jahr mit der Eiche“) bei, auch eine Oper zum vielbearbeiteten Stoff Pelleas et Melisande (1974) nach Texten von Pablo Neruda kam aus ihrer Werkstatt. Internationale Musikfestivals machten ihre Werke über San Sebastián als erster Station hinaus in Wien, Rom, Paris, Mexiko und Atlanta bekannt. Für den Sender Radio España betreute sie längere Zeit die Sendereihe La otra música und publizierte in mehreren spanischen Zeitungen. Zum Gedenken an die große Baskin fand im Mai dieses Jahres 2025 ein Festival in Bilbao statt, das ausschließlich Komponistinnen gewidmet war und Ozaitas großes Engagement für dieses Anliegen seit 1988 würdigte.

Literatur u.a.

Maria José Martín: Drama y poesía en la música de María Luisa Ozaita. Diss. Cincinnati (Ohio) 2001.
Antje Olivier, Sevgi Braun: Komponistinnen aus 800 Jahren. Köln 1996. S. 308f.