In Wrocław war die aus Brody auf dem Gebiet der heutigen Ukraine gebürtige einstige Klavierstudentin von Mieczysław Soltys lange Zeit ihres Lebens im Dienst der Musikpädagogik zuhause, mit der ihre Kompositionen für die Musikbühne durchgängig in enger Verbindung standen.

Jadwiga Szajna-Lewandowska (1912 – 1994) wurde in Polen als Komponistin aus der Schule Tadeusz Szeligowskis erst populär, als sie einen Teil ihrer insgesamt mehr als 50 launigen Werke für das Musiktheater geschaffen hatte, die an den Nachwuchs gerichtet waren – darunter in ganz Europa verbreitete Bearbeitungen etwa von Collodis Pinocchio oder Perraults Eselshaut. Auch sonst widmete sie sich überwiegend Märchenstoffen, etwa im Falle des zweimal mit dem polnischen Staatspreis gewürdigten musikalischen Märchens Die blaue Katze und des Kinderballetts.

Dabei war die Karriere der schulisch engagierten Künstlerin durch den Einschnitt des Zweiten Weltkriegs zunächst unterbrochen gewesen; bis 1956 war es ihr aber möglich gewesen, ihr Wrocławer Kompositionsstudium bei Stefan B. Poradowski erfolgreich fortzusetzen. Etliche Jahre später erntete sie die Früchte ihrer pädagogischen Arbeit mit Kindern wie gleichermaßen ihrer kompositorischen Wirksamkeit: So wurde Jadwiga Szajna-Lewandowska 1970 für sechs Kinderlieder ausgezeichnet, nachdem 1962 bereits A cycle of songs prämiert worden war; 1968 schrieb sie das Ballett Ein Spaziergang in der Stadt. Ihre Ballett-Suite von 1964 brachte ihr 1970 einen Preis beim GEDOK Komponistinnen-Wettbewerb in Mannheim ein.

Die Kantate A Regiment (1960) nach einem Text von Artur Miedzyrzecki sorgte ebenso für großen Widerhall beim Publikum wie ihre Beiträge zur Orchestermusik mit einem Polnischen Capriccio für Klavier und Streicher (1973), All’atlantico (1978) und Der Mythos von Alexander für großes Symphonieorchester und Singstimmen von 1980. Mehr als Nebenarbeiten entstanden zwischen 1959 und 1980 Werke für Klavier alleine und Kammermusik, besipielsweise die drei legerezze oder 6 Triollet für zwei Flöten und Klavier.