Librettist Peter Lund, der schon für die Domstufen-Festspiele Jedermann schrieb, hat 2014 zusammen mit dem Komponisten Thomas Zaufke ein satirisch aufgeladenes Musical geschaffen, das die Halbwahrheit und Täuschung von Fake News und alternativen Fakten in einer besonderen Interpretation des Gattungsbegriffs „Märchen“ vorführt und damit brandaktuell ist: Grimm! wird im Großen Haus erstmals am 1. Februar 2018 um 19.30 Uhr gegeben; es ist auch schon für Kinder ab 8 Jahren geeignet. Und damit auch von den Jüngeren keiner mehr den Märchen der Brüdern Grimm auf den Leim geht, wird bekanntgegeben, dass deren wesentliche Quellen auf französische Vorlagen zurückgehen, die teils 100 Jahre älter sind, unter anderem auf Charles Perraults Contes.

Ab 30. September 2017 ist am Theater Erfurt eine Neuinszenierung von Mozarts Zauberflöte zu sehen, Cherubinis Oper Medea von 1797 feiert am 11. November Premiere. Endlich schlägt aber auch wieder die Stunde für eine Barockoper: Erstmals am Donnerstag, den 1. März 2018 um 19.30 Uhr ist im Studio des Theaters mit Zoi Tsokanou am Pult Francesco Cavallis La Calisto (um die von ihrer Verwandlung befreite gleichnamige Nymphe) uraufgeführt in Venedig in der lange zurückliegenden Saison 1651/52 zu hören und zu sehen.

Abweichend von den allseits vertrauten Lokalitäten steht schon wie 2014 auch diesmal im Kaufhaus Breuninger eine Besonderheit an: Die Kabarett-Revue Ein Spiel im Warenhaus von Mischa Spoliansky aus dem Jahr 1928. Premiere ist am 12. Mai 2018 um 20.30 Uhr. Obwohl noch tief in der italienischen (Wiener) Klassik verwurzelt wurde Agnes von Hohenstaufen (1829) als große „historisch-romantische Oper“ apostrophiert. Der Text stammt von dem heute vergessenen Dichter Ernst Raupach, die Musik schrieb Gaspare Spontini. Die nicht allzu häufig gespielte Oper wird erstmals am 1. Juni 2018 über die Bühne des Theaters Erfurt gehen – mit zwei Wiederholungen am 3. und 6. Juni.

Die Konzertbesucher dürfen sich auf den 7. September 2017 mit GMD und Dirigentin Joana Mallwitz freuen: Den Auftakt der neuen Saison bestimmen hier Ottorino Respighis Feste Romane im Gespann mit Bachs Violinkonzert c-Moll und Mendelssohn-Bartholdys „Italienische“ 4. Symphonie. Als Solistinnen treten die Geigerin Nicola Hatfield und die Oboistin Jeein Jung an. Zum 2. Sinfoniekonzert am 12. Oktober stehen Schumanns Ouvertüre zur Oper Genovefa, seine 2. Symphonie und Brahms Violinkonzert D-Dur unter Roland Böer um 20 Uhr auf dem Programm. Stefan Asbury wird am 10. November 2017 exzeptionell Schostakowitschs Sinfonie Nr. 11 „Das Jahr 1905“ in Verbindung mit Prokofjews Violinkonzert Nr. 2 g-Moll dirigieren.
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